{"id":77,"date":"2010-09-14T19:15:16","date_gmt":"2010-09-14T18:15:16","guid":{"rendered":"http:\/\/antifabonn.blogsport.de\/?p=77"},"modified":"2010-09-14T19:15:16","modified_gmt":"2010-09-14T18:15:16","slug":"zeitzeugenveranstaltung-mit-lorenz-knorr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/antifabonn.noblogs.org\/?p=77","title":{"rendered":"Zeitzeugenveranstaltung mit Lorenz Knorr"},"content":{"rendered":"<p>Offenes Antifa Treffen November<br \/>\n<strong>Gegen Hitler und Henlein<br \/>\nAntifaschistischer Widerstand unter den Sudeten und in der Wehrmacht<\/strong><br \/>\n4. November, 20 Uhr im Kult41<\/p>\n<p><strong>Lorenz Knorr<\/strong> wird aus der Zeit vor und nach 1938 berichten, in der er unter den schwierigen Bedingungen existentieller Gef\u00e4hrdung im antifaschistischen Widerstand aktiv war \u2013 zun\u00e4chst in der vorfaschistischen Epoche der damaligen CSR, dann unter deutscher Besatzung und sp\u00e4ter in der Wehrmacht.<\/p>\n<p>\u201eIch war damals Vorsitzender der sozialistischen Jugend und die ersten Auseinandersetzungen, die wir hatten, waren die so genannten Saalschlachten. Das hei\u00dft, die Faschisten versuchten unsere Veranstaltungen, also die der Sozialdemokraten beziehungsweise aller Antifaschisten, ob sie deutsch oder tschechisch waren, zu st\u00f6ren. Umgekehrt haben wir von unserer Seite versucht, den Henleins keine Propaganda-M\u00f6glichkeiten zu bieten.\u201c<\/p>\n<p>So beginnt der Widerstand von Lorenz Knorr gegen den Nazismus. Man schreibt das Jahr 1933 und Hitler ist in Deutschland gerade an die Macht gekommen. Knorr, geboren 1921 im westb\u00f6hmischen Eger, wendet sich damals in seiner Heimat Tschechoslowakei gegen die neu entstehende \u201eSudetendeutsche Heimatfront\u201c des Hitler-Bewunderers Konrad Henlein. Doch mit dem Einmarsch deutscher Truppen in die Sudetengebiete im Oktober 1938 spitzt sich die Lage zu. Von den 150 Mitgliedern der sozialistischen Jugend in Eger meldeten sich 33, darunter elf M\u00e4dchen, die bereit waren im antifaschistischen Widerstand ihr Leben zu riskieren. Politische Fl\u00fcchtlinge aus Nazi-Deutschland bringen Knorr bei, wie man vorgehen muss. Sie begannen nur in Dreiergruppen zu arbeiten.<\/p>\n<p>\u201eWir beschlossen, weil Eger ein Eisenbahnknotenpunkt war, Gleise zu sprengen. Und wir haben erst einmal dort, wo es am einfachsten schien \u2013 in der N\u00e4he des Viadukts \u2013 zwei Gleisanlagen, die nach Norden und nach Osten f\u00fchrten, gesprengt. Es dauerte dann zwei Tage, bis die Strecken wieder in Betrieb genommen werden konnten. Sie wurden danach bewacht. Wir haben dann bemerkt, dass auch die Strecken nach Wien und nach Frankfurt Gelegenheit boten unbemerkt zu sprengen \u2013 und das haben wir dann auch getan. Es war alles so perfekt, dass die Gestapo auch in den Verh\u00f6ren nichts herausbekam. Wir hatten alle ein wasserfestes Alibi, was eine Voraussetzung f\u00fcr unsere T\u00e4tigkeit gewesen war.\u201c<\/p>\n<p>Eine Z\u00e4sur bedeuten aber die Einberufungsbefehle in die deutsche Armee, die die jungen M\u00e4nner nacheinander erhalten. Lorenz Knorr geht als Soldat in den Krieg, allerdings mit der Verpflichtung, weiter Widerstand zu leisten. Er kommt nach Afrika, landet in einem Strafbataillon, wird verwundet und danach zum Funker umgeschult. Als Funker war er in der Lage, sich mehr Informationen zu verschaffen als jeder deutsche General. So hatte er Kontakt mit Partisanen in Polen und hilft ihnen, an Sprengstoff heranzukommen. Mehrfach k\u00f6nnen auf diese Weise die Eisenbahnverbindungen an die Front vor Leningrad unterbrochen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Offenes Antifa Treffen November Gegen Hitler und Henlein Antifaschistischer Widerstand unter den Sudeten und in der Wehrmacht 4. 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