{"id":65,"date":"2010-08-26T11:09:28","date_gmt":"2010-08-26T10:09:28","guid":{"rendered":"http:\/\/antifabonn.blogsport.de\/2010\/07\/14\/dortmund-naziaufmarsch-am-4-september-verhindern\/"},"modified":"2010-08-26T11:09:28","modified_gmt":"2010-08-26T10:09:28","slug":"dortmund-naziaufmarsch-am-4-september-verhindern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/antifabonn.noblogs.org\/?p=65","title":{"rendered":"[Dortmund]: Naziaufmarsch am 4. September verhindern"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/s4.blogsport.de\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/s4.blogsport.de\/images\/bannergross.gif\" alt=\"\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das <a href=\"http:\/\/s4.blogsport.de\/\">S4-B\u00fcndnis<\/a> organisiert auch in diesem Jahr wieder eine Demonstration gegen den Naziaufmarsch. Dar\u00fcber hinaus wird es wieder eine Infostruktur samt Onlineradio, Ticker und allem weiteren N\u00f6tigen, sowie ein Convergence Center geben.<br \/>\nN\u00e4here Informationen zu An- und Abreise, Uhrzeiten und allem weiteren Wissenswerten wird es auf einer Infoveranstaltung am 16. August im <a href=\"http:\/\/www.kult41.de\/\">Kult41, Hochstadenring 41<\/a> ab 20 Uhr geben. <\/p>\n[audio:http:\/\/antifabonn.blogsport.de\/images\/s4jinglefinal.mp3]\n<p>An dieser Stelle ver\u00f6ffentlichen wir den von uns unterst\u00fctzten Aufruf des S4-B\u00fcndnis:<\/p>\n<p><strong>Ein verdrehter Antikriegstag<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr den 4. September 2010 mobilisieren die Dortmunder Neonazis erneut europaweit zum so genannten \u201eNationalen Antikriegstag\u201d. Die seit 2005 j\u00e4hrlich stattfindende Demonstration ist f\u00fcr die extreme Rechte ein g\u00fcnstiger Anlass, um unter dem Deckmantel des \u201ePazifismus\u201c ihren Rassismus, Antisemitismus und Antiamerikanismus zu propagieren. Vom Geschichtsrevisionismus gar nicht zu sprechen: Die Neonazis leugnen bis heute konsequent die historische Tatsache, dass mit dem Angriffskrieg der deutschen Nationalsozialist_innen gegen Polen der Zweite Weltkrieg begann.<br \/>\nDer Gedenktag am 1. September erinnert eigentlich an den \u00dcberfall Deutschlands auf Polen. Mit diesem Angriff wurde der 1. September 1939 zum Beginn des deutschen Vernichtungskrieges. Der \u201eAntikriegstag\u201c ging dann aus einer Gewerkschaftsinitiative 1957 hervor, die gerade mit Blick auf die Wiederbewaffnung Deutschlands unter dem Motto \u201eNie wieder Krieg und nie wieder Faschismus!\u201c zu Aktionen aufrief. <!--more--><\/p>\n<p><strong>Das \u201eEvent\u201c der \u201eAutonomen Nationalisten\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Einige Zeit lang schien es, als w\u00fcrde sich dieser Neonazi-Aufmarsch unter Federf\u00fchrung der Dortmunder \u201eAutonomen Nationalisten\u201d zu einem wichtigen Tag im Kalender der aktionsorientierten extremen Rechten entwickeln, da bei dem Aufbau dieses Ereignisses besonders auf den \u201eEvent-Charakter\u201d Wert gelegt wurde. W\u00e4hrend zum ersten Aufmarsch 2005 circa 200 Neonazis erschienen, wuchs die Zahl bis 2008 auf 1100 an. Das Gewaltpotential bei Aufm\u00e4rschen der Dortmunder Neonazis hat in dieser Zeit massiv zugenommen; 2009 etwa \u00fcberfielen circa 400 Neonazis aus einer Spontandemonstration heraus die 1. Mai- Demonstration des DGB.<\/p>\n<p>Diese Erfolgsgeschichte erfuhr im letzten Jahr einen empfindlichen Einschnitt. Denn 2009 ist es gelungen, den Mythos des \u201eNationalen Antikriegstags\u201c, den die Dortmunder Neonazis in jahrelanger europaweiter Mobilisierungsarbeit versucht hatten aufzubauen, erfolgreich zu besch\u00e4digen. In der Stadt kam Einiges in Bewegung, und letztlich gestaltete es sich f\u00fcr die Polizei durch die zahlreichen Gegenaktivit\u00e4ten zu schwierig, den Schutz f\u00fcr die Nazidemonstration zu gew\u00e4hrleisten. Der \u201eNationale Antikriegstag\u201c blieb somit weit hinter den Erwartungen der Nazis zur\u00fcck, die mit ansehen mussten, wie ihre \u201eErfolgsstory\u201d in einer Kundgebung buchst\u00e4blich stehen blieb. Doch das letztj\u00e4hrige Debakel hindert die Dortmunder Autonomen Nationalist_innen nicht daran, weiterhin an der Etablierung eines \u201eNationalen Antikriegstages\u201d festzuhalten. F\u00fcr dieses Jahr haben die Dortmunder Neonazis an drei Tagen rund um das erste Septemberwochenende (3.,4.,5. September) Aktionen und Veranstaltungen angemeldet und die europaweite Mobilisierung ist in vollem Gange.<br \/>\n<strong><br \/>\nDortmund \u2013 ein \u201cLabor\u201d?<\/strong><\/p>\n<p>Weiterhin gibt es in Dortmund eine aktive und gef\u00e4hrliche Naziszene.<br \/>\nDortmund ist mittlerweile eine Hochburg der sogenannten \u201eAutonomen Nationalisten\u201d in Deutschland geworden. Durch den permanenten Zuzug von Neonazi-Kadern aus anderen Regionen ist hier so etwas wie ein \u201eLabor\u201d f\u00fcr diejenigen Neonazis entstanden, die versuchen einen neuen aktivistischen und militanten Stil in der Neonaziszene zu etablieren. Die sogenannten \u201eAutonomen Nationalisten\u201d haben sich Kleidungsstil und Aktionsformen der linksradikalen Autonomen angeeignet und dabei v\u00f6lkisch und nationalsozialistisch umgewandelt.<\/p>\n<p>In den vergangenen Monaten lie\u00df die Dortmunder Naziszene ihren Frust \u00fcber das eigene Versagen in 2009 vor allem an den Nazigegner_innen, derer sie habhaft werden konnten, aus. Besonders hart traf es eine Familie im Stadtteil Dorstfeld, die von dort ans\u00e4ssigen Nazis derartig terrorisiert wurde, dass sie sich schlie\u00dflich gezwungen sah, aus dem Stadtteil fortzuziehen.<\/p>\n<p><strong>Der Neonazismus und die Stadt<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr einen handfesten Skandal sorgte der ehemalige Chef der Feuerwehr Dortmund, heutiger Leiter eines stadteigenen Institutes f\u00fcr Feuerwehrtechnik und langj\u00e4hriges Mitglied der SPD: Klaus Sch\u00e4fer. Nachdem er Ende April als Teilnehmer einer Neonazikundgebung in Erscheinung trat, konnten Antifaschist_innen in Erfahrung bringen, dass Sch\u00e4fer bereits seit einiger Zeit aktives Mitglied der Dortmunder Naziszene ist und beispielsweise auch an der Kundgebung am 5. September 2009 teilnahm. Auch wenn Sch\u00e4fer umgehend suspendiert wurde, zeigt sich hier deutlich, dass Neonazismus in Dortmund l\u00e4ngst nicht nur ein Jugendph\u00e4nomen ist.<\/p>\n<p>In der Dortmunder \u00d6ffentlichkeit hat sich seit letztem Jahr Einiges bewegt. Den Naziaufmarsch haben viele Akteur_innen gegen Rechts als Aktionsfeld genutzt. Am 5. September fand eine Vielzahl von Veranstaltungen statt, die dazu beitrugen, dass der Handlungsspielraum der Nazis stark eingeschr\u00e4nkt wurde. Zu einem aktiven Vorgehen gegen den Aufmarsch der Nazis konnten sich viele dieser Akteur_innen jedoch nicht durchringen; es wurde auch dann noch an Veranstaltungen festgehalten als l\u00e4ngst klar war, dass die Nazis sich weitab von diesen im Hafen treffen w\u00fcrden.<br \/>\nWeiterhin problematisch ist zweifellos die Herangehensweise der offiziellen Stellen. W\u00e4hrend Stadt und Polizei mit jahrelanger Versp\u00e4tung aufgefallen ist, dass Dortmund ein Naziproblem hat, gefallen sich die verantwortlichen Amtstr\u00e4ger_innen in ihrer neuen Rolle als \u201eK\u00e4mpfer_innen gegen Rechts\u201d. So glaubt der Sonderbeauftragte der Stadt f\u00fcr \u201eVielfalt, Toleranz und Demokratie\u201c, Hartmut Anders-Hoepgen inbr\u00fcnstig: \u201cDortmund ist eher eine Hochburg des Widerstands gegen Rechts.\u201d Substantielles Engagement gegen Neonazis ist von diesen Leuten jedoch nach wie vor nicht zu erwarten. Eine Menge Geld hat die Stadt Dortmund zuletzt in die Erstellung einer Studie \u00fcber die Dortmunder Naziszene gesteckt. Das Resultat war mehr als d\u00fcrftig: \u00dcber die Verfasstheit der Neonaziszene liefert die Studie keine Erkenntnisse; die Arbeit von Antifa-Gruppen wird v\u00f6llig ausgeblendet.<\/p>\n<p><strong>Auf zu neuen Taten!<\/strong><\/p>\n<p>Gerade die Arbeit linker Antifa-Gruppen hat dazu beigetragen, dass die Dortmunder Naziszene deutlich weniger frei agiert als noch vor zwei Jahren.<br \/>\nMit regelm\u00e4\u00dfigen Aktionen wie dem Gedenken an Thomas Schulz und den Protesten am Antikriegstag ist es gelungen, das Naziproblem zum Thema zu machen. Doch auch abseits solcher Events findet eine kontinuierliche Arbeit statt. Zuletzt gr\u00fcndeten Dortmunder Antifa-Gruppen das \u201cDortmunder Antifa B\u00fcndnis\u201d, um diese Zusammenarbeit weiter zu vertiefen.<\/p>\n<p>F\u00fcr den September gilt es nicht nur an all dies anzukn\u00fcpfen, sondern auch mit gemeinsamer Anstrengung einen weiteren Schritt dahin zu gehen, dass ein Nazi-Event wie der \u201cNationale Antikriegstag\u201d in Dortmund keine Zukunft hat. Das S4-B\u00fcndnis ruft dazu auf, am ersten Septemberwochenende nach Dortmund zu kommen und gegen den Naziaufmarsch auf die Stra\u00dfe zu gehen!<\/p>\n<p><strong>*Auf zu neuen Taten! \u2013 Dem Naziaufmarsch am 4. September in Dortmund entgegentreten.<br \/>\n<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das S4-B\u00fcndnis organisiert auch in diesem Jahr wieder eine Demonstration gegen den Naziaufmarsch. 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