{"id":451,"date":"2019-06-05T17:50:41","date_gmt":"2019-06-05T15:50:41","guid":{"rendered":"http:\/\/antifabonn.blogsport.de\/2019\/06\/05\/1-juni-2019-antifademo-in-chemnitz\/"},"modified":"2019-06-05T17:50:41","modified_gmt":"2019-06-05T15:50:41","slug":"1-juni-2019-antifademo-in-chemnitz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/antifabonn.noblogs.org\/?p=451","title":{"rendered":"1. Juni 2019 \u2013 Antifademo in Chemnitz"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/antifabonn.noblogs.org\/files\/2019\/11\/D8DwPNcXYAMuoQz.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/antifabonn.noblogs.org\/files\/2019\/11\/D8DwPNcXYAMuoQz.jpg\" alt=\"Foto\" width=\"200\" align=\"right\"><\/a>In der offiziellen Berichterstattung von etablierten Medien und der Polizei ist durchg\u00e4ngig von einer friedlichen Demo die Rede. Hier war gar nichts friedlich. Erstens f\u00e4llt es uns schwer, das verhalten der Polizei, die schon von Beginn an ein aggressives Verhalten an den Tag legte, als friedlich zu bezeichnen. Zweitens ist es schlicht eine Beleidigung f\u00fcr alle, die sich organisiert gegen Rechte engagieren, unseren Protest beinahe zu verschweigen und das im sicheren Abstand stattfindende &#8222;Kinderfest&#8220; als betont friedlichen Teil des Protestes hervorzuheben.<br \/>\nAber fangen wir von vorne an&#8230;<br \/>\n<!--more--><br \/>\nBereits am Anfang der Proteste hatten sich mindestens 50 Menschen auf der Route der Nazidemo niedergelassen, um sich auszuruhen. W\u00e4hrenddessen durchfloss die Polizei immer wieder unsere Reihen mit der eindeutigen Absicht, Unruhe in die gerade beginnende Kundgebung zu bringen. Der Einsatz der Kontaktpolizei ist auch eher als Provokation zu verstehen, weil sie die Demoteilnehmer*innen immer wieder aufforderte, enger zusammen zu stehen und damit zu verhindern, dass die gesamte Kreuzung blockiert werden konnte. Zum gleichen Zeitpunkt ging die Nazidemonstration am Hauptbahnhof los. Ein fotografierender Journalist wurde von der Polizei unter Gewalteinsatz festgenommen und konnte seine Arbeit deshalb nicht fortf\u00fchren.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich hatten es circa 2000 Menschen geschafft, zusammen zu kommen, trotz Vorkontrollen und polizeilich-milit\u00e4rischer Pr\u00e4senz. Vor allem ist dies der konsequenten Vorbereitung der Antifaschist*innen vor Ort zu verdanken. Als die Nazis auf der R\u00fcckseite der Kundgebung vorbei zogen, bekamen sie laute und entschlossene Antworten. Am Naziaufmarsch nahmen 270 Personen teil, haupts\u00e4chlich Personen, die zu dem Umfeld der Partei &#8222;Die Rechte&#8220; aus dem Ruhrgebiet zu z\u00e4hlen sind. Auf Grund einer Auflage der Polizei durften sie w\u00e4hrend sie laufen, nicht ihre Marschtrommeln benutzen. Deswegen bewegte sich der l\u00e4cherliche Nazihaufen im Schneckentempo durch die Chemnitzer Innenstadt. Nachdem die rechte Demo zum ersten Mal vorbei gezogen war, gingen auch wir los. Lautstark und entschlossen, von der Gr\u00fcnen Jugend \u00fcber Fridays for Future \u00fcber ganze Familien aus Chemnitz bis zu politisch organisierten Gruppen von Antifa bis FAU.<\/p>\n<p>Nach wenigen hundert Metern wurde die Demonstration von der Polizei gestoppt. An dieser Kreuzung zog der Naziaufmarsch noch mal vorbei. Die Polizei zog Kr\u00e4fte und Material zusammen, als wenn es sich hier um einen B\u00fcrgekrieg handelte. Ein kurzer Durchbruchversuch aus der Antifademo heraus scheiterte und uns blieb nur der verbale und akustische Protest gegen\u00fcber der sich als Elite verstehenden rechten Demonstration. Schlie\u00dflich kam die Demo doch durch und es ging es gemeinsam zum Konzert von Waving the Guns am Karl-Marx-Kopf. Hatten viele gedacht, dass jetzt Entspannung angesagt ist, zeigte das BFE eindrucksvoll, wie es mit 10 Polizisten einen Menschen festnehmen kann. Desweiteren wurde einige Zeit sp\u00e4ter ein weiterer Mensch vom BFE festgenommen. Auch hier stellt sich die Frage, von wem die gewaltt\u00e4tige Provokation ausgeht.<\/p>\n<p>Das Naziproblem, das seit Jahrzehnten in Sachsen und in Chemnitz existiert ist nicht nur das Ergebnis einer gut organisierten militanten Szene, sondern ebensosehr &#8211; und das zeigte sich einducksvoll am verhangenen Samstag &#8211; das Resultat einer langen Tradition des Wegsehens. Zum einen f\u00e4llt die s\u00e4chsische Polizei immer wieder negativ auf, wenn Verstrickungen ins neonazistische Millieu bekannt werden. Zum anderen ist das wirklich Beunruhigende an der politischen Situation in Sachsen der weit bis in b\u00fcrgerliche Kreise rechende rassistische Konsens. Da verwundert es nicht, dass antifaschistischer Protest kriminalisiert und verschwiegen wird! Stattdessen berichtet die b\u00fcrgerliche Presse durchweg lobend vom friedlich stattfindenden &#8222;Kinderfest&#8220;, das weit entfernt vom Naziaufmarsch stattfand. Als ob man dadurch den Nazis etwas entgegen gesetzt h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Auch in Redebeitr\u00e4gen wurde immer wieder darauf hingewiesen, dass von SPD oder CDU im Stadtrat nichts zu erwarten ist. Die SPD B\u00fcrgermeisterin hatte sich bereits vor langer Zeit von den #wirsindmehr Protesten distanziert, statt dies als Chance zu begreifen, um rechte Gruppierungen zur\u00fcckzudr\u00e4ngen. Am aktivsten im Protest gegen die st\u00e4ndige Pr\u00e4senz von rechten Gewaltt\u00e4tern auf der Stra\u00dfe sind Jugendliche und junge Leute, die neben migrantisch aussehenden Menschen auch den \u00dcbergriffen am ehesten ausgesetzt sind. Auch am Tag selber wurde mindestens ein junger Mensch und abends noch eine Familie von Nazischl\u00e4gern angegriffen. Eine Genossin von &#8222;RASSISMUS T\u00d6TET&#8220; berichtete \u00fcber die Hintergr\u00fcnde von 19 rechtsmotivierten Morden in Sachsen seit 1991.<br \/>\nJetzt war sp\u00e4testens klar, warum so viele nach Chemnitz gekommen waren.<\/p>\n<p><strong>Kaltland nicht aufgeben &#8211; Pogrome verhindern bevor sie geschehen<br \/>\nWir sehen uns auf der Stra\u00dfe.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der offiziellen Berichterstattung von etablierten Medien und der Polizei ist durchg\u00e4ngig von einer friedlichen Demo die Rede. Hier war gar nichts friedlich. 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