{"id":426,"date":"2017-03-13T16:59:19","date_gmt":"2017-03-13T14:59:19","guid":{"rendered":"http:\/\/antifabonn.blogsport.de\/2017\/03\/13\/gegen-querfront-antisemitismus\/"},"modified":"2017-03-13T16:59:19","modified_gmt":"2017-03-13T14:59:19","slug":"gegen-querfront-antisemitismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/antifabonn.noblogs.org\/?p=426","title":{"rendered":"Gegen Querfront &amp; Antisemitismus"},"content":{"rendered":"<p>Vorherige Woche Samstag fuhren wir gemeinsam nach Troisdorf, um den <a href=\"http:\/\/antifabonn.blogsport.de\/2017\/02\/26\/kaffeefahrt-und-kuchenkraenzchen-gegen-die-afd-in-troisdorf\/\">Landesparteitag der AfD nicht unkommentiert zu lassen<\/a>. Dabei fielen uns einige Aufkleber auf, zu deren Inhalt wir uns hier kurz \u00e4u\u00dfern wollen.<!--more--><\/p>\n<p>Gegen die AfD zu protestieren, bedeutet f\u00fcr uns nicht nur gegen sexistische, homophobe und rassistische Propaganda sowie einen autorit\u00e4ren Neoliberalisums Position zu beziehen, sondern auch, <strong>jeglichem Antisemitismus zu widersprechen<\/strong>. Die vordergr\u00fcndig vorgegebene Solidarit\u00e4t mit Israel seitens der AfD kann dabei \u00fcber ihr geschlossen antisemitisches Weltbild nicht hinwegt\u00e4uschen.<br \/>\nDen Beweis daf\u00fcr lieferte nicht zuletzt Bj\u00f6rn H\u00f6cke mit seiner Rede vor JA-Mitgliedern in Dresden, welche die Shoa verharmloste und das Holocaust-Mahnmal in Berlin als \u201eDenkmal der Schande\u201c verunglimpfte. [<a href=\"http:\/\/pastebin.com\/jQujwe89\">Link<\/a>] Immer wieder fallen Parteimitglieder durch offen antisemitische und israelfeindliche \u00c4u\u00dferungen auf.<\/p>\n<p>Auch strukturell antisemitische Welterkl\u00e4rungsmuster sto\u00dfen in der AfD auf gro\u00dfes Geh\u00f6r. Zum Beispiel, wenn dar\u00fcber ger\u00e4tselt wird, wie Fl\u00fcchtlinge organisiert nach Deutschland geschafft werden um den &#8222;deutschen Volksk\u00f6rper zu zersetzen&#8220;. Oder wenn man gemeinsam mit Antisemiten wie J\u00fcrgen Els\u00e4sser (Hrsg. des neurechten verschw\u00f6rungstheoretischen Magazins &#8222;Compact&#8220;) nach den Schuldigen f\u00fcr das Unheil Deutschlands und der Welt sucht. Mehr dazu findet ihr hier: <a href=\"http:\/\/www.netz-gegen-nazis.de\/artikel\/wie-antisemitisch-ist-die-afd-11021\">Link<\/a>.<\/p>\n<p>Als w\u00e4re das nicht genug der Traurigkeit, mussten wir auch an diesem Wochenende wieder einmal feststellen, dass <strong>struktureller Antisemitismus und Querfront-Tendenzen auch vor einer sich selbst als emanzipatorisch verstehenden radikalen Linken keinen Halt macht.<\/strong> Eine Erkl\u00e4rung dessen, was wir unter strukturellem Antisemitismus verstehen findet ihr hier: <a href=\"https:\/\/www.fv-gewi.at\/gezeit\/archiv\/2016\/falsche-kapitalismuskritik-und-struktureller-antisemitismus\">Link<\/a><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/antifabonn.noblogs.org\/files\/2019\/11\/StickerRadilakeLinke-2.jpg\" alt=\"\" width=\"220\" align=\"right\"><br \/>\nAuf dem Weg zur Demonstration fanden wir einige Sticker der &#8222;Revolution\u00e4re Linke&#8220;, einer Organisation innerhalb der der Linkspartei nahe stehenden Jugendorganisation &#8222;linksjugend [&#8217;solid]&#8220;. Sie wurden unseren Informationen zufolge von Aktivist*innen der [&#8217;solid]-Rhein-Sieg-Kreis verklebt und trugen die Aufschrift &#8222;Merkel muss weg! Petry auch!\u201c versehen mit dem Zusatz \u201eDie da oben machen ja eh nur was sie wollen? Werde selbst aktiv!\u201c.<\/p>\n<p>Nicht nur, dass sich hier der von Pegida etablierten Parole &#8222;Merkel muss weg\u201c bedient wird, was mindestens hart am Querfront-Baum r\u00fcttelt und aus linker Perspektive selbstverst\u00e4ndlich zu unterlassen sein sollte. Nein, hier wird auch eben jener erw\u00e4hnte strukturelle Antisemitismus bedient, mit dem Unterschied, dass &#8222;die da oben&#8220; hier nicht wie bei der AfD durch einen &#8222;gro\u00dfen Austausch&#8220; den &#8222;Volksk\u00f6rper&#8220; zerst\u00f6ren, sondern rechte Stimmungen und neoliberale Verh\u00e4ltnisse im Land befeuern.<\/p>\n<p>Dass <strong>Neoliberalismus eine Notwendigkeit kapitalistischer Verh\u00e4ltnisse darstellt<\/strong> und der anhaltende gesellschaftliche Rollback in Form von autorit\u00e4ren, sexistischen, rassistischen und anderen menschenverachtenden \u00c4u\u00dferungen eine Antwort darstellt, die von Vertreter*innen aller Parteien beispielsweise durch rassistische Gesetze, und von normalen B\u00fcrger*innen wahlweise durch das Legen von Br\u00e4nden oder das Zuschauen bei eben diesen, gleichzeitig formuliert wird, wird <strong>hierbei au\u00dfer Acht gelassen<\/strong>. Stattdessen werden sich hier ein paar vermeintlich allein schuldige Gesichter gesucht, an denen der verschw\u00f6rungstheoretische Wahn dann abgearbeitet werden kann.<\/p>\n<p>Eine tats\u00e4chlich emanzipatorische Antwort auf diese l\u00e4ngst nicht mehr tragbaren Zust\u00e4nde sieht anders aus: Sie beantwortet die Wechselwirkungen zwischen der Regierung, den kapitalistischen Zust\u00e4nden und dem Konstrukt der Nation und des Volkes, von deren \u00dcberwindung wir heute so weit weg sind wie schon lange nicht mehr. Alle drei gilt es zu verstehen und anzugreifen. Die <strong>Schuldigen stattdessen alleine in Regierung oder Aufsichtsrat zu suchen, greift notwendig zu kurz<\/strong> und bedient lediglich auf populistische Weise ein undefiniertes Bauchgef\u00fchl \u2013 und ist damit von emanzipatorischer, reflektierter Kritik meilenweit entfernt.<\/p>\n<p><strong>#gegenjedenantisemitismus<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorherige Woche Samstag fuhren wir gemeinsam nach Troisdorf, um den Landesparteitag der AfD nicht unkommentiert zu lassen. 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