{"id":2295,"date":"2026-03-12T18:04:51","date_gmt":"2026-03-12T17:04:51","guid":{"rendered":"https:\/\/antifabonn.noblogs.org\/?p=2295"},"modified":"2026-03-12T18:40:14","modified_gmt":"2026-03-12T17:40:14","slug":"7-3-26-rede-der-antifa-bonn-rhein-sieg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/antifabonn.noblogs.org\/?p=2295","title":{"rendered":"[7.3.26] Rede der Antifa Bonn\/Rhein-Sieg"},"content":{"rendered":"\n<p>wir dokumentieren hier die Rede der Antifa Bonn\/Rhein-Sieg bei der Vorabenddemo zum 8. M\u00e4rz unter dem Motto &#8222;Take back the streets \u2013 Gemeinsam Anti-Feminismus bek\u00e4mpfen&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Liebe Freund*innen, liebe solidarische Menschen,<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>wir stehen hier, weil wir uns nicht damit abfinden, dass in unserer Stadt, im Land und auf der ganzen Welt immer noch und leider auch immer mehr Stimmen laut werden, die Frauenrechte, Selbstbestimmung und queere Lebensweisen angreifen, kleinreden oder gleich komplett ablehnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Antifeminismus ist Kern rechter Bewegungen. Er bildet eine Br\u00fccke zwischen konservativem Milieu und der extremen Rechten. Wer es mit Antifaschismus ernst meint, muss auch Antifeminist*innen angreifen. Antifeminismus ist kein abstraktes Ph\u00e4nomen \u2013 er hat Gesichter und Adressen. Er tritt auf, wenn konservative, reaktion\u00e4re und neurechte Kr\u00e4fte versuchen, die Fortschritte der emanzipatorischen Bewegung auszuhebeln. Sie setzen Gleichberechtigung als angebliche \u201eideologische \u00dcbertreibung\u201c herab. Diese Kr\u00e4fte organisieren sich, sie vernetzen sich \u2013 auch hier bei uns in Bonn und in der Region.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein prominentes Beispiel: Die Burschenschaft der Raczeks: Ein M\u00e4nnerbund mit langen Traditionen im extrem rechten Milieu. Nationalismus, Rassismus und Antifeminismus sind zentrale ideologische Bausteine bei den Raczeks. Um die Vernetzung der Antifeminist:innen kurz deutlich zu machen hier ein paar Beispiele: In den letzten Jahren traten regem\u00e4\u00dfig bundesweit bekannte AfD-Politiker bei den Raczeks auf. Die Burschenschafter begeben sich mit Mitgliedern der ehemaligen Revolte Rheinland auf Unternehmungen. Der Raczekbruder und Youtuber Simon Thiele bel\u00e4stigt unsere Demonstrationen in der Region, wie zum Beispiel die Pride in Br\u00fchl. Er wird regelm\u00e4\u00dfig auf AfD-Veranstaltungen gesehen. Aber nat\u00fcrlich sind die Raczeks nur die Spitze des Eisberges. Wichtig ist festzustellen: Alle Burschenschaften sind exklusive M\u00e4nnerb\u00fcnde.<\/p>\n\n\n\n<p>Antifeminismus ist nicht nur eine Frage von Aussagen oder Programmen \u2013 sondern eine Frage von Struktur: Netzwerke, die Frauen ausschlie\u00dfen, reproduzieren m\u00e4nnliche Dominanz. Wir fordern daher : Wohnraum schaffen \u2013 Burschenschaften enteignen!<\/p>\n\n\n\n<p>Leuchten wir einmal weiter ins Netzwerk der extremen Rechten in Bonn. Von den Raczeks f\u00e4llt das Licht fast automatisch auf die AfD. Die AfD als Partei verbreitet Elemente des Faschismus wie die Verherrlichung von \u201cM\u00e4nnlichkeit\u201d in Verbindung mit St\u00e4rke und Militarismus. Frauen werden als \u201e<em>Geb\u00e4rerinnen der Nation<\/em>\u201c gesehen. Gemeinsam mit anderen konservativen Parteien und Str\u00f6mungen haben sie Angst vor \u201e<em>Gender-Ideologie\u201c<\/em>, k\u00e4mpfen gegen Vielfalt und verteidigen ein phantasiertes harmonisches \u201etraditionelles Familienbild\u201c und fordern w\u00f6rtlich eine \u201c<em>Remaskulinisierung<\/em>\u201d.<\/p>\n\n\n\n<p>Und im Dunstkreis der AfD, zuletzt auch beim Gr\u00fcndungstreffen der neuen Parteijugend in Gie\u00dfen vertreten, befindet sich das vor allem im Internet aktive Netzwerk Lukreta. Gr\u00fcnderin ist Reinhild Bo\u00dfdorf, Tochter der AfD-Europaabgeordneten Irmhild Bo\u00dfdorf aus K\u00f6nigswinter. Die Hauptthese der eher j\u00fcngeren Lukreta-Frauen: Durch massenhafte Ausweisung von aus ihrer Sicht nicht-Deutschen w\u00fcrden sie sich wieder sicher f\u00fchlen. &#8211; Also, wenn ich lese, was die AfD als Regierungsprogramm f\u00fcr Sachsen-Anhalt j\u00fcngst ver\u00f6ffentlicht hat, muss ich sagen, dass ich mich dadurch bedroht f\u00fchle &#8211; und f\u00fcr die meisten von uns, die hier stehen, w\u00e4re das wahrscheinlich auch so.<\/p>\n\n\n\n<p>K\u00fcrzlich trat ein ehemaliges Mitglied von Lukreta vor die Presse und kritisierte den uns\u00e4glichen Umgang mit Frauen innerhalb der AfD. Frauen w\u00fcrden zur \u201eErweiterung des eigenen Propagandaspektrums\u201c instrumentalisiert und seien keine gleichwertigen politischen Akteurinnen. Gleichzeitig verfestigen Gruppen wie Lukreta ein traditionelles Frauenbild, w\u00e4hrend die tats\u00e4chliche Macht in den H\u00e4nden m\u00e4nnlicher Parteifunktion\u00e4re liegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir wollen andere Parteien, explizit die CDU, hier nicht \u00fcbersehen. M\u00e4nnliche Dominanzstrukturen sind ein Problem, immer und \u00fcberall. Sie gef\u00e4hrden die hart erk\u00e4mpften Rechte der feministischen und queeren Bewegungen, gegenw\u00e4rtig beispielsweise das Selbstbestimmungsgesetz.<\/p>\n\n\n\n<p>Und dann sind da noch die fundamentalistischen christlichen Str\u00f6mungen, die unter dem Deckmantel des sogenannten \u201eLebensschutzes\u201c immer wieder versuchen, Fortschritte in Fragen der sexuellen und reproduktiven Selbstbestimmung zu blockieren oder zur\u00fcck zu drehen. Sei es bei der Aufkl\u00e4rung \u00fcber und beim Zugang zu sicheren Schwangerschaftsabbr\u00fcchen oder bei der Akzeptanz geschlechtlicher Vielfalt. In Bonn haben in den letzten Jahren zusammen mit den CDU-nahen CDL (Christdemokraten f\u00fcr das Leben), finanziert durch die Konrad-Adenauer-Stiftung, Veranstaltungen stattgefunden, auf denen sich Akteur:innen aus verschiedenen Fachbereichen ausgetauscht und vernetzt haben. Abtreibungsgegner:innen bel\u00e4stigen Menschen auf dem Weg in entsprechende Praxen, organisieren M\u00e4rsche, im Internet wimmelt es von fadenscheinigen Beratungsangeboten, die Schwangere unter Druck setzen. Solche Angriffe sind kein Zufall, sondern strategisch: Sie zielen darauf ab, feministische Bewegungen zu isolieren und zu delegitimieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn rechte Verbindungen und Parteien glauben, sie k\u00f6nnten mit M\u00e4nnerb\u00fcnden und r\u00fcckw\u00e4rtsgewandten Ideen die Uhr zur\u00fcckdrehen, dann liegen sie falsch! Wir k\u00e4mpfen f\u00fcr eine Gesellschaft, in der alle Geschlechter die gleichen Rechte, die gleiche W\u00fcrde und gleiche M\u00f6glichkeiten zur Entfaltung haben. Antifeminismus und Menschenfeindlichkeit, ob in Burschenschaftsh\u00e4usern, Parteien, in Kirchenb\u00e4nken, in der Uni oder in der Schule, geh\u00f6ren entlarvt und bek\u00e4mpft.<\/p>\n\n\n\n<p>Lasst uns laut sein. Lasst uns sichtbar sein. Und lasst uns gemeinsam daf\u00fcr k\u00e4mpfen, dass Bonn ein Ort ist, in dem wir uns alle sicher f\u00fchlen k\u00f6nnen. Das bedeutet auch, dass wir die Stra\u00dfen, die Kneipen, die Betriebe den Rechten nicht kampflos \u00fcberlassen. Gerade in Zeiten, wo rechte Gewalt, auch in Bonn, zunimmt! Lasst uns Strukturen schaffen, in denen Dominanzverhalten bek\u00e4mpft wird (not all men but always men\u2026)! Lasst uns Strukturen schaffen, in denen wir Verantwortung und R\u00e4ume teilen, und Macht solidarisch reflektieren. Lasst uns grenzenlos solidarisch sein mit unseren Genoss*innen und Schwestern auf der ganzen Welt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>F\u00fcr eine feministische, gerechte und freie Gesellschaft! Alerta Antifascista!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>wir dokumentieren hier die Rede der Antifa Bonn\/Rhein-Sieg bei der Vorabenddemo zum 8. M\u00e4rz unter dem Motto &#8222;Take back the streets \u2013 Gemeinsam Anti-Feminismus bek\u00e4mpfen&#8220;. 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