{"id":169,"date":"2012-08-12T10:32:20","date_gmt":"2012-08-12T09:32:20","guid":{"rendered":"http:\/\/antifabonn.blogsport.de\/?p=169"},"modified":"2012-08-12T10:32:20","modified_gmt":"2012-08-12T09:32:20","slug":"20-jahre-nach-dem-progrom-in-rostock-lichtenhagen-wir-werden-es-nie-vergessen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/antifabonn.noblogs.org\/?p=169","title":{"rendered":"20 Jahre nach dem Pogrom in Rostock Lichtenhagen Wir werden es nie vergessen"},"content":{"rendered":"<p><strong>&#8222;Wo wart ihr in Rostock?&#8220;<\/strong><br \/>\nschrien Antifas nach dem Pogrom in Rostock 1992 der Polizei entgegen.<br \/>\nSelbst der Polizei hatten wir nicht zugetraut, dass Sie tatenlos zusieht, wie ein b\u00fcrgerlicher und faschistischer Mob ein Haus mit vietnamesischen VertragsarbeiterInnen anz\u00fcndet. Die Erlebnisse rund um Rostock haben uns gepr\u00e4gt, wir wollten nicht Zuschauer bei der rassistischen Hatz auf Fl\u00fcchtlinge sein.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p> Pers\u00f6nlich wollen wir berichten. Wir sind keine Historiker oder keine Gelehrten, die hinter dicken B\u00fcchern die Gesellschaft analysieren. Deswegen sind unsere Erinnerungen subjektiv und emotional. Schlie\u00dflich konnten und k\u00f6nnen wir diese Zeit nicht vergessen <\/p>\n<p>Schmerzlich haben wir gemerkt wie diese Zeit uns gepr\u00e4gt hat. F\u00fcr uns wird es Zeit, Verantwortung zu \u00fcbernehmen und nicht nur sensationsgeilen Medien das Feld zu \u00fcberlassen.<\/p>\n<p>Seit 1990 sind ca. 150 Menschen aufgrund rassistischer oder antisemitischer Gewalt get\u00f6tet worden. Neben diesen offensichtlichen Barbereien von (Neo)Nazis war aber auch die unertr\u00e4gliche politische Situation ein Grund, uns zu wehren. Der aufkeimende Nationalismus der 90er Jahre und das &#8222;wir sind wieder wer&#8220; Gehabe mit Reichskriegsflaggen auf \u00f6ffentlichen Pl\u00e4tzen und in Stadien, zeigte die Stimmung der Bev\u00f6lkerung. Die b\u00fcrgerlichen Medien \u00fcbernahmen Symboliken und Inhalte von rechtsau\u00dfen Parteien und in der Jugendzeitung Bravo gab es einen Reichskriegsflaggenaufkleber&#8230; Der Faschismus war in der Mitte der Gesellschaft angekommen und das hielten wir nicht aus. Wir mussten etwas tun. <\/p>\n<p>Wir waren nicht vorbereitet auf diese Situation, aber es fanden sich auch Andere, die mitmachen und dem Unertr\u00e4glichen eine Ende setzen wollten. Es waren sehr unterschiedliche Menschen, die wir kennengelernt haben, die Fl\u00fcchtlingen geholfen haben, Nachtwachen in Fl\u00fcchtlingsheimen \u00fcbernommen haben oder einfach mal Zivilcourage gezeigt haben, weil sie es nicht mehr aushielten &#8211; Christen, Ausl\u00e4nderkids, aber auch der ein oder andere Spie\u00dfb\u00fcrger, der sich diesen nazistischen Wahnsinn nicht gefallen lassen wollte. Aber insbesondere auch die Fl\u00fcchtlinge wehrten sich gegen die Angriffe. Dies waren die beindruckensten Momente in der antifaschistischen Selbsthilfe. Aus ihren L\u00e4ndern vor politischer Verfolgung geflohen, wehrten sie sich massiv gegen den braunen Mob.<\/p>\n<p>Diese Gesellschaft hat viel verdr\u00e4ngt und eine Aufarbeitung hat es nie gegeben. Die Brandstifter von damals sind zum Teil immer noch in rechten Organisationen aktiv. Die geistigen Brandstifter aus Politik und Wirtschaft sitzen in hohen \u00c4mtern, werden geehrt und gefeiert, als h\u00e4tte es das Alles niemals gegeben.<\/p>\n<p><strong>Remembering means fighting<br \/>\nErinnern hei\u00dft, den Kampf fortzuf\u00fchren.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Fr 17.8.2012 Limes Bonn<br \/>\nTheaterstr 2  20 Uhr Eintritt frei<br \/>\nPogrome und Angriffe auf Fl\u00fcchtlinge in Bonn, Rhein-Sieg-Kreis und in Rostock Zeitzeugen berichten<\/strong><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/breakthesilence.blogsport.de\/images\/rostock_va_1782012_2_01.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Wo wart ihr in Rostock?&#8220; schrien Antifas nach dem Pogrom in Rostock 1992 der Polizei entgegen. 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