{"id":1668,"date":"2021-05-04T21:42:40","date_gmt":"2021-05-04T21:42:40","guid":{"rendered":"http:\/\/antifabonn.blackblogs.org\/?page_id=1197"},"modified":"2021-05-04T21:42:40","modified_gmt":"2021-05-04T21:42:40","slug":"die-ddr-und-der-8-mai","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/antifabonn.noblogs.org\/?page_id=1668","title":{"rendered":"Die DDR und der 8. Mai"},"content":{"rendered":"<h3 class=\"western\">Anmerkungen zum staatlichen Geschichtsverst\u00e4ndnis<\/h3>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Der Versuch, die Sichtweise der DDR auf den II. Weltkrieg und dessen Ende am 8. Mai 1945 darzustellen, kann nur eine subjektive Wiedergabe der offiziellen und \u00f6ffentlichen, i.S. von ver\u00f6ffentlichten, Meinung sein. Daneben gab es akademische Forschung, die die Grenzen ideologische Geschichtsverarbeitung \u00fcberschritt, und es gab sicher auch zahllose LehrerInnen, Dozentlnnen etc. in der DDR, die im Detail um eine korrektere Darstellung der besprochenen historischen Ereignisse bem\u00fcht waren.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Aus der Subjektivit\u00e4t unserer Darstellung erkl\u00e4rt sich damit auch, da\u00df wir auf jeden Quellenverweis verzichten.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Die DDR-Geschichtsschreibung sah sich in der Tradition der Komintern und der KPD. Die Reflexion des II. Weltkrieges durch die DDR erfolgte in allen Phasen ihrer 40-j\u00e4hrigen Geschichte ausschlie\u00dflich zur Legitimation des bestehenden Staus Quo und der SED zur Rechtfertigung ihres alleinigen Machtanspruches.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Damit steht der 8. Mai symbolhaft f\u00fcr die Geburtsstunde des \u201eersten Arbeiter- und Bauernstaates auf deutschem Boden&#8220;.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Historisch wurde die Entstehung der DDR durch folgende Komponenten bestimmt:<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\">\u2022 <span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Zonenaufteilung des postfaschistischen Deutschlands durch die Beschl\u00fcsse von Jalta im Januar 1945.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\">\u2022 <span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Volksfrontkonzept und daraus resultierend der Wille, in den durch die Sowjetunion (SU) besetzten osteurop\u00e4ischen L\u00e4ndern sogenannte Volksdemokratien (Koalitionsregierungen aus allen antifaschistischen Kr\u00e4ften unter Hegemonie der Kommunistischen Parteien) zu errichten \u201eNationale Front\u201c der SBZ\/DDR.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\">\u2022 <span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Truman-Doktrin2 und Rollback-Strategie3 der imperialistischen Westm\u00e4chte, sp\u00e4ter die Hallstein-Doktrin (Alleinvertretungsanspruch) der BRD.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\">\u2022 <span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Die \u201eSchuld\u201c am Entstehen der DDR wurde dem Westens zugewiesen. Die Separierung der drei Westzonen habe eine antifaschistisch-demokratische Entwicklung in Westdeutschland verhindert. Das taktische Verh\u00e4ltnis Stalins zur DDR (Stalin-Note 1952: Tausch der Souver\u00e4nit\u00e4t der DDR gegen gesamtdeutsche Wahlen) wurde dagegen verschwiegen.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Auf dieser Grundlage wurde der 8. Mai als der Tag der bedingungslosen Kapitulation Hitlerdeutschlands und der Befreiung des deutschen Volkes vom Faschismus durch die Sowjetarmee und ihrer Verb\u00fcndeten begangen.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Der II. Weltkrieg wurde als internationaler Kampf gegen Nazideutschland verstanden. Den Westalliierten wurde dabei ein taktisches Verh\u00e4ltnis zum B\u00fcndnis mit der SU zugeordnet. Alles Progressive stand danach automatisch auf Seite der Sowjetunion. Alles, was nicht in dieses Gut-B\u00f6se, Nazideutscher-Antifaschist-Schema pa\u00dfte wurde in der Regel verschwiegen.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Die Sowjetunion mu\u00dfte die Hauptlast des Krieges (20 Millionen Tote) und den Hauptanteil an der milit\u00e4rischen Niederschlagung Deutschlands tragen. Dieser Fakt wurde zu Recht immer wieder in den Mittelpunkt der Darstellungen ger\u00fcckt.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Die konkreten gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse in der SU wurden entweder ausgeblendet oder besch\u00f6nigt. Eine Auseinandersetzung mit dem Stalinismus fand bis zur Aera Gorbatschow nicht statt bis dahin wurde der Stalinismus lediglich als eine Zeit \u00fcbertriebenen Personenkultes dargestellt sp\u00e4ter, w\u00e4hrend der Diskussionen zum 70. Jahrestag der Oktoberrevolution 1987, selbst dies relativiert und Stalin als der grofle Feldherr (Generalissimus) heroisiert.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Die Sowjetunion galt nicht nur als Befreierin, sondern dar\u00fcber hinaus kritiklos als das gro\u00dfe Vorbild f\u00fcr die Errichtung des \u201eSozialismus\u201c auch auf deutschem Boden.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Mit dem Ausgang des II. Weltkrieges wurden nach geltender Meinung die Voraussetzungen f\u00fcr eine neue Phase revolution\u00e4rer Ver\u00e4nderungen auf der Welt geschaffen.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\">\u2022 <span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Entstehung des \u201eSozialistischen Weltsystems\u201c (Warschauer Vertrag und andere \u201esozialistische Staaten\u201c, sprich Staatssysteme unter F\u00fchrung kommunistischer, moskautreuer Parteien).<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\">\u2022 <span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">antikoloniale Befreiungsbewegung (Solidarit\u00e4t, sprich diplomatische, materielle und finanzielle Unterst\u00fctzung von nationalen Befreiungsbewegungen)<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\">\u2022 <span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Aufschwung der revolution\u00e4ren und progressiven Bewegungen in den kapitalistischen L\u00e4ndern.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">In diesem Sinne erkl\u00e4ren sich alle Darstellungen \u00fcber den II. Weltkrieg und vor allem alle Unterlassungen, die die Entstehung eines zwar parteilichen, aber objektiven Geschichtsbildes verhindert haben.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Wenn wir im folgenden unserer Meinung nach frappierende Fehldarstellungen der DDR-Geschichtsschreibung stichpunktartig aufzeichnen, dann nicht, weil wir den Anteil der SU am Sieg \u00fcber den deutschen Faschismus relativieren wollen, sondern weil wir glauben, da\u00df eine Trennung zwischen den objektiven Leistungen der am Krieg beteiligten Menschen und den subjektiven Intentionen, den machtpolitischen Interessen der sowjetischen Au\u00dfenpolitik notwendig ist.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\"><b>Der Krieg gegen die Sowjetunion<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Bei der Schilderung des milit\u00e4rischen Anteils der Sowjetunion an der Niederringung des deutschen Faschismus wurden die Geschehnisse vor dem \u00dcberfall Nazideutschlands auf die Sowjetunion im Juni 1941 und ihre Folgen in den ersten Kriegsmonaten geklittert. Weder war die Rede von der objektiven Schw\u00e4chung der Roten Armee durch die Liquidation fast des gesamten F\u00fchrungskorps im Zuge der \u201eGro\u00dfen S\u00e4uberungen\u201c in den Jahren 1937\/38, dem fast die gesamte Generalit\u00e4t und \u00fcber 30000 Offiziere zum Opfer gefallen waren, noch von den Nebenbestimmungen des Deutsch-Sowjetischen Nichtangriffsvertrages 1939, der faktisch eine Aufteilung des Ostseeraumes in Interessensph\u00e4ren beider Vertragspartner bedeutete. Offiziell als diplomatischer Schachzug sowjetischer Auflenpolitik gefeiert, der der Sowjetunion noch ein paar Monate des Friedens und der Vorbereitungen gegen den, alles in allem unvermeidlichen Krieg gegen Deutschland gebracht h\u00e4tte, bedeutete er tats\u00e4chlich die Annexion Ostpolens im Herbst 1939, die Angliederung der baltischen Republiken Estland, Litauen und Lettland, den \u00dcberfall auf Finnland im Winter 193 9\/40 (da sonst finnische Kanonen Leningrad h\u00e4tten erreichen k\u00f6nnen) und die Hinrichtung polnischer Offiziere in Katyn 1940.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Verheerend wirkte sich die Rechtfertigungspolitik der Komintern :n den Kommunistischen Parteien Europas und bei sympathisierenden Antifaschistlnnen aus. Wieder und wieder vollzog sie eine taktische Wendung nach der anderen. Konsequenterweise wurde dann nat\u00fcrlich auch die Auslieferung emigrierter deutscher Antifaschistlnnen an Hitlerdeutschland verschwiegen.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Die anf\u00e4nglichen Niederlagen der Roten Armee nach dem 22. Jun 1941 wurden als strategischer R\u00fcckzug interpretiert. Der Ignoranz den deutschen Angriffsvorbereitungen gegen\u00fcber wurde die Legende vom \u201eheimt\u00fcckischen \u00dcberfall\u201c auf ein friedliebendes, bl\u00fchendes Land gestellt.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\"><b>B\u00fcndnis der Sowjetunion mit Gro\u00dfbritannien, Frankreich und den USA<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Bei der Charakterisierung der Antihitlerkoalition ging es der DDR-Geschichtsschreibung vorrangig darum, den w\u00e4hrend des Krieges unter dem Banner der Volksfront vertuschten Klassencharakter der Auseinandersetzungen darzustellen, sprich, den grunds\u00e4tzlich antisowjetischen Kurs der Westalliierten schon an konkreten Kriegshandlungen zu beweisen. Hervorgehoben wurden deshalb die<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Fehlleistungen der Westalliierten, wie:<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\">\u2022 <span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">die Nichtbereitschaft vor 1939 mit der SU Beistandsvertr\u00e4ge gegen Deutschland einzugehen<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\">\u2022 <span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">das Hinausz\u00f6gern der Er\u00f6ffnung der Westfront<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\">\u2022 <span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">die Luftangriffe auf zivile Ziele von Februar bis April 1945, die als milit\u00e4rstrategisch sinnlos dargestellt wurden. Zweck sollte es gewesen sein, die Infrastruktur der von der Roten Armee zu besetzenden Gebiete nachhaltig zu zerst\u00f6ren.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Weitgehend unterschlagen wurde die milit\u00e4rische und finanzielle Unterst\u00fctzung der SU durch die Westalliierten, auch wenn diese nur 10 % des vereinbarten Bedarfs lieferten.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\"><b>Widerstand in den von den Nazis besetzten Gebieten<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">F\u00fcr die DDR-Historie war die Triebkraft des Widerstandes der Ha\u00df gegen die Faschisten und die Liebe zur Sowjetunion\u201c dem \u201eVaterland aller Werkt\u00e4tigen\u201c. Die entscheidende Rolle politisch organisierter Widerstandsk\u00e4mpferInnen in den Untergrund- und Partisanlnnenbewegungen wurde selbstredend betont, dabei aber die Differenziertheit der in den Widerstand einflie\u00dfenden Str\u00f6mungen unterdr\u00fcckt (,\u201aF\u00fchrer waren immer die Moskau-treuen Kommunisten.\u201c). <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Ideologische Gr\u00fcnde f\u00fchrten dazu, bestimmte Gruppen im Widerstand unterzubewerten. Die Ursachen f\u00fcr die Unterbelichtung von Frauen im Widerstand sind in den patriarchalen Rollenmustern, denen Frauen auch im Realsozialismus ausgesetzt waren, zu suchen. Das g\u00e4ngige Bild von der Widerstandsk\u00e4mpferin war das der Vertrauten und Helferin ihrer Genossen. Sie vollzog Kurierdienste und arbeitete aufopferungsvoll f\u00fcr die Front aber in der Etappe.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Die Rolle, die selbstorganisierte, von regul\u00e4ren Verb\u00e4nden unabh\u00e4ngige Partisaneneinheiten im Kampf gegen die deutschen Okkupanten und ihre einheimischen Vasallen spielten, wurde teilweise vertuscht. Seinen Ausdruck fand dies im Verschweigen der Ursachen und Umst\u00e4nde z.B. des Bruchs mit Titos Jugoslawien, aber auch der verschwiegenen Balkanvereinbarungen zwischen Stalin und Churchill4 oder im taktischen Verhalten gegen\u00fcber der slowakischen Volksbefreiungsarmee.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">In \u00e4hnlicher Weise wurde der j\u00fcdische Widerstand quasi verschwiegen. Tradierter Antisemitismus in Form eines vulg\u00e4ren Antizionismus m\u00f6gen hier die Beweggr\u00fcnde gewesen sein.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">In keiner Weise wurde auf die Tatsache eingegangen, da\u00df Teile der Bev\u00f6lkerung in den von den Deutschen besetzten Gebieten, auch in der SU, mit den Okkupanten kollaborierten.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\"><b>Widerstand in Deutschland und von Deutschen im Ausland<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Es lag im Selbstverst\u00e4ndnis der DDR, da\u00df die Einflu\u00dfnahme des deutschen, namentlich des kommunistischen Widerstandes \u00fcberbetont wurde. Die F\u00fchrer des antifaschistischen Deutschland mu\u00dften noch im Nachhinein ihre Rolle bei der \u00dcberwindung des Faschismus herausstreichen, um somit auch von ihrem konkreten historischen Versagen abzulenken.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Die Einheits- und Volksfrontpolitik wurde danach generell schon w\u00e4hrend des III. Reiches praktiziert, die Unbestimmtheit der Aussagen der Auslands-KPD F\u00fchrung zu diesen Komplexen wird verschwiegen, Beschl\u00fcsse der Komintern in den Darstellungen vordatiert. Die tiefen Kl\u00fcfte zwischen den Arbeiterparteien werden verkittet, vorherrschend war das Bild von den sich die Einheit der Arbeiter klasse schw\u00f6renden kommunistischen, sozialdemokratischen und christlichen Arbeitern in den Folterkellern der Nazis.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Haupttr\u00e4ger der Volksfrontpolitik der KPD in der SU war ab 1943 das Nationalkomitee Freies Deutschland als Sammlung von vorwiegend Kriegsgefangenen mit dem Ziel der Umschulung und des Propagandaeinsatzes an der Front.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Die antifaschistischen Bestrebungen im westlichen Ausland blieben auf die progressiven b\u00fcrgerlichen Vetreterlnnen (v.a. k\u00fcnstlerische und wissenschaftliche Intelligenz) beschr\u00e4nkt, der sozialistische und kommunistisch organisierte Widerstand (z.B. Wollenberger in Paris) blieb unerw\u00e4hnt. In den 80-er Jahren erlebte die W\u00fcrdigung des bis dahin nur randlich erw\u00e4hnte konservative Widerstandes (Kreisauer Kreis) eine Bl\u00fcte.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Aus der Klassenanalyse des Faschismus durch die Komintern (NSDAP Partei des Kleinb\u00fcrgertums) wurde geschlu\u00dffolgert, da\u00df die \u201ebesten Teile der deutschen Arbeiterklasse\u201c dem Nationalsozialismus nicht anheimgefallen w\u00e4ren, das \u201ebessere Deutschland\u201c repr\u00e4sentierten und nur auf die Befreiung durch die SU warteten, um danach ein friedliches, demokratisches Deutschland aufzubauen<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">F\u00fcr das tats\u00e4chlich vorhandene tiefe Mi\u00dftrauen, da\u00df die seit Mitte der drei\u00dfiger Jahre in Moskau weilenden KPD-Kader jedem Ansatz antifaschistischer Aktivit\u00e4t in Deutschland, weil nicht kontrollierbar, entgegenbrachten, stand die Aufl\u00f6sung der Antifa-Komitees durch die \u201eMoskauer Gruppen\u201c (Ulbricht &amp; Gen.) im Mai\/Juni 1945.<\/span><\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_1220\" aria-describedby=\"caption-attachment-1220\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1220\" src=\"https:\/\/antifabonn.noblogs.org\/files\/2021\/05\/8Mai_Bild-S-23-300x235.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"235\" srcset=\"https:\/\/antifabonn.noblogs.org\/files\/2021\/05\/8Mai_Bild-S-23-300x235.png 300w, https:\/\/antifabonn.noblogs.org\/files\/2021\/05\/8Mai_Bild-S-23.png 486w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1220\" class=\"wp-caption-text\">US-amerikanische Truppen und Soldaten der Roten Armee treffen an der Elbe aufeinander. Damit war die milit\u00e4rische Niederlage des deutschen Faschismus endg\u00fcltig besiegelt. Einige Tage sp\u00e4ter, am 8. Mai 1945, wurde die bedingungslose Kapitulation bekannt gegeben.<\/figcaption><\/figure>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\"><b>Fazit<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Die DDR-Geschichtsschreibung, die weitgehend identisch mit der der UdSSR war, hatte sich von den Traditionen der internationalen Linken (Internationalismus, weltrevolution\u00e4rer Proze\u00df, Klassensolidarit\u00e4t) aus der Zeit vor der Degradierung der III. Internationale zum Instrument der Stalin\u2018schen Au\u00dfenpolitik, gel\u00f6st.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Das Agieren der kommunistischen Parteien wurde trotz zahlreicher Wendungen und Kreisel als das einzig richtige, dazu auch noch wissenschaftlich begr\u00fcndete Vorgehen gewertet. Schlimmer noch: alle alternativen Denkans\u00e4tze wurden, immer im Nachhinein, als Abweichungen gebrandmarkt und ihre VertreterInnen nicht selten physisch, zumindest aber politisch vernichtet.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Die herrschende Ideologie war nicht mehr das theoretische Ger\u00fcst zur Analyse gesellschaftlicher Prozesse, sondern diente ausschlie\u00dflich zur Zurechtdeutung des Bestehenden. Die marxistische Terminologie wurde weitgehend als H\u00fclle mi\u00dfbraucht Dort, wo eigene Fehler h\u00e4tten eingestanden werden m\u00fcssen, wo eine sachliche historische Analyse notwendig gewesen w\u00e4re, wurde diese durch eine schw\u00fclstige, irrationale Metaphorik ersetzt.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Die Herrschenden in den realsozialistischen L\u00e4ndern sind weder historisch noch gesellschaftlich-theoretisch unser Bezugspunkt. Wir halten deshalb eine Auseinandersetzung und eine realistische Sicht auf die negativen Seiten sowjetischer Politik vor, w\u00e4hrend und nach dem II. Weltkrieg f\u00fcr notwendig. Auch die geschichtsrevisionistische Offensive der BRD-Eliten sollte uns davon nicht abhalten.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Antifaschistische Aktion Plauen<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">Aufgrund organisatorischer Schwierigkeiten und inhaltlich schwerwiegender Widerspr\u00fcche einiger Mitgliedsgruppen zu diesem Text, ist er der einzige, der mit Gruppennamen gekennzeichnet wird, da eine tiefergehende Diskussion zum Thema zu diesem Zeitpunkt nicht geleistet werden kann.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\"><b>Fu\u00dfnoten:<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">1 Konferenz von Jalta; Treffen Stalins, Churchills (britischer Kanzler) und Roosevelts (US-Pr\u00e4sident) \u00fcber die Nachkriegsordnung in Europa, Aufteilung Deutschlands und Berlins in 4 Besatzungszonen.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">2 Truman-Duktrin; nach dem US-Pr\u00e4sidenten benannte Politikrichtlinie, nach der sich die gesamte westliche Au\u00dfenpolitik gegen die SU zu richten habe und jede Zusammenarbeit einzustellen sei.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">3 Rollback; Zur\u00fcckrollen des sowjetischen Einflu\u00dfbereiches in Osteuropa, am Ende Liquidation der kommunistisch gef\u00fchrten Volksdemokratien und der SU.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\">4 Bei den Vereinbarungen zwischen der SU und Gro\u00dfbritannien \u00fcber die Nachkriegsordnung auf dem Balkan war unter anderem die Verteilung der Macht zwischen den kommunistisch-sozialistischen Parteien und den b\u00fcrgerlichen Parteien in den \u201edemokratisch\u201c zu w\u00e4hlenden Parlamenten der einzelnen Staaten abgesprochen wurden. So wurde eine kommunistische Majorit\u00e4t f\u00fcr Rum\u00e4nien und Bulgarien, eine b\u00fcrgerliche (70 %) f\u00fcr Griechenland fixiert Die griechischen Partisanenverb\u00e4nde, die weite Teile ihrer Heimat befreit hatten, lehnten sich 1945 gegen diese Regelung auf. Es kam unter Mithilfe britischer Truppen zur Entwaffnung der Partisanlnnen und in der Folge zu einem jahrelangen B\u00fcrgerkrieg. Die Sowjetunion versagte den griechischen Aufst\u00e4ndischen jede Unterst\u00fctzung.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\">April 1995&nbsp; <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1264\" src=\"https:\/\/antifabonn.noblogs.org\/files\/2021\/05\/AABO-LOGO.png\" alt=\"\" width=\"163\" height=\"57\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anmerkungen zum staatlichen Geschichtsverst\u00e4ndnis Der Versuch, die Sichtweise der DDR auf den II. Weltkrieg und dessen Ende am 8. 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